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Lust auf ein gefördertes Auslandspraktikum mit Erasmus + ?

Ein Erfahrungsbericht von Moritz Deller, ein ehemaliger E-Commerce Azubi, über seine 3 Monate Praktikum bei Henkel Iberia.

Als ich im Sommer 2025 meine Ausbildung zum Kaufmann im E-Commerce bei Henkel in Düsseldorf abgeschlossen habe, war für mich relativ klar, dass ich vor dem Studium noch einmal Auslandsluft schnuppern möchte. Den Stein ins Rollen gebracht habe ich schon während meiner Ausbildung, indem ich gemeinsam mit Henkel auf das Walter-Eucken-Berufskolleg zugegangen bin. Über mein Ausbildungsunternehmen hatte ich bereits einen konkreten Praktikumsplatz in Barcelona in Aussicht; die Schule hat dann den organisatorischen und finanziellen Rahmen über Erasmus+ ermöglicht.

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Wichtig zu wissen ist aber, dass dieser Weg keine Voraussetzung ist!
Wer noch keinen Praktikumsplatz hat, kann genauso gut auf die Schule zugehen und sagen, dass er ein Erasmus-Praktikum machen möchte.
Die Lehrkräfte helfen dann aktiv bei der Suche nach einer passenden Stelle im Ausland.

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Vom 1. März bis zum 30. Mai 2026 war ich dann für drei Monate als Praktikant im Bereich ACC/E-Commerce Sales bei Henkel Iberia in Barcelona. Die Abteilung verantwortet den Online-Vertrieb der Klebstoff-Marken Pattex, Loctite, Tangit und Rubson auf Amazon Spanien. Meine Aufgaben deckten einen Großteil dessen ab, was im modernen Marketplace-Geschäft täglich anfällt, von wöchentlichen Analysen der Verkaufsdaten über Keyword Research für die Optimierung der Produkt-Listings und Buybox-Analysen zur Wettbewerbsbeobachtung bis hin zum Management eingehender Amazon-Orders. Inhaltlich war das eine fast nahtlose Fortsetzung meiner Ausbildung, nur eben in einem neuen Land, in einer anderen Sprache und mit Produkten und Kunden, die ich aus Düsseldorf so nicht kannte.

Was die Zeit aber wirklich besonders gemacht hat, war das Team. Ich wurde vom ersten Tag an offen und herzlich aufgenommen, durfte schnell eigenständig arbeiten und bekam jederzeit Unterstützung, wenn ich sie brauchte. Eine kleine Geste, die für mich exemplarisch dafür  stand: Ab dem Tag, an dem ich Teil des Teams war, wurden sämtliche Meetings auf Englisch statt auf Spanisch geführt, damit ich von Anfang an inhaltlich vollständig folgen und mitarbeiten konnte.

Mein direkter Betreuer Alfred Pujol hat sich viel Zeit genommen, mir Hintergründe zu erklären, mich in Meetings einzubinden und mir das Vertrauen zu geben, eigene Auswertungen zu übernehmen. Fachlich wie menschlich war das eine der besten beruflichen Erfahrungen, die ich bisher machen durfte.

Neben der Arbeit habe ich in Barcelona genau das gemacht, was solche drei Monate ausmacht:

  • Ich bin an die Costa Brava gefahren zum Tauchen und Wandern
  • war mit anderen Praktikanten Skifahren in Masella
  • habe Freunde aus Deutschland durch die Stadt geführt
  • und zweimal pro Woche abends einen Spanischkurs besucht.

Das Schöne an Sprachunterricht in einem spanischsprachigen Land ist, dass man das, was man am Abend lernt, am nächsten Morgen direkt im Supermarkt, im Büro oder bei der WG-Küchen-Diskussion anwenden kann.

Meine WG selbst war ein kleines Mini-Europa plus, mit Mitbewohnern aus den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Spanien, Italien, den Philippinen und Zimbabwe. Sechs Leute gleichzeitig, mit ständigen Wechseln, dadurch ständig neue Perspektiven und Gespräche. Komplett reibungslos war natürlich nicht alles. Meine Wohnung lag zwar fußläufig zur Plaça Catalunya, hatte aber Macken: Das Fenster ging zum Treppenhaus, ein Wasserleck in der Küche wurde wochenlang nicht behoben, der mehrfach angefragte Ventilator kam nie. Solche Dinge gehören zum Erfahrungspaket dazu und sind im Nachhinein eher Anekdoten als echte Probleme. Wenn ich es noch einmal machen würde, wäre ich deswegen ein bisschen kritischer bei der Wohnungssuche.

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Möglich gemacht hat dieses Praktikum das Walter-Eucken-Berufskolleg gemeinsam mit dem Erasmus+-Programm der Europäischen Union.
Die Förderung hat meinen Lebensunterhalt in Barcelona, also Miete, Verpflegung und Reisen, nahezu vollständig abgedeckt.
Das ist keine kleine Summe, und es ist mir wichtig zu betonen, dass dieses Angebot da ist und genutzt werden kann.

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Die organisatorischen Hürden sind überschaubar, die Schule unterstützt durch den gesamten Prozess, und der bürokratische Aufwand steht in keinem Verhältnis zu dem, was man dafür zurückbekommt.

Rückblickend würde ich sagen, dass drei Monate in einem anderen Land zu leben, also nicht nur zu reisen, sondern dort zu arbeiten, einzukaufen, Freundschaften aufzubauen und eine andere Arbeitskultur kennenzulernen, eine Erfahrung ist, die man so später kaum noch einmal so unkompliziert bekommt.

Wer auch nur ansatzweise mit dem Gedanken spielt, sollte sich beim Erasmus-Team der Schule melden.

Es lohnt sich.

Sehr.

© Walter-Eucken-Berufskolleg Düsseldorf

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